Die Prüfer hatten mir empfohlen, für jedes Rezept die Mengen genau abzuwiegen und meine Geräte größtenteils selbst mitzubringen, da die Geräte in der Handwerkskammer nicht unbedingt für solch „kleine“ Mengen ausgelegt waren. So fuhr ich am 09.06.2016 mit gefühlt 100 beschrifteten Tupperdosen, meiner nagelneuen Kitchenaid, sämtlichem im Haushalt vorhandenen Besteck, Backutensilien und diversen Schüsseln nach Koblenz. Der Kofferraum samt Rückbank und Beifahrersitz waren somit belegt.

Vor lauter Aufregung bin ich so früh losgefahren, dass noch nicht einmal die Handwerkskammer geöffnet hatte, als ich dort ankam. So stand ich vor verschlossenen Türen und die Warterei war nicht gerade förderlich für meine Nervosität. Umso erleichterter war ich, als um 8 Uhr endlich die Pforten geöffnet wurden. Nun hatte ich noch eine Stunde bis zur Prüfung.

Glücklicherweise halfen mir zwei nette Mädels aus dem Konditorlehrgang, meinen ganzen Kram hochzuschleppen und ich versuchte mir auf diesem Weg schon Insiderinfos über Prüfungsgegebenheiten etc. zu besorgen („Wie macht ihr das mit dem Temperieren der Kuvertüre?“, „Wie sind die Prüfer so?“ etc.).

Ich nutzte die Zeit, in der noch kein Konditormeister in Sicht war, um mich so gut wie möglich in der Backstube einzurichten. Sämtliche Backutensilien und Zutaten wurden ordentlich neben der Kitchenaid drapiert, denn die Prüfer würden auch Wert auf „die Struktur meiner Arbeitsprozesse“ legen, wie sie mir bei der Prüfungsvorbereitung mitgeteilt hatten.

Pünktlich um 9 Uhr legte ich los und nachdem ich mich mit der Küche etwas vertraut gemacht hatte, lief es auch rund. Einmal habe ich mit dem Rührgerät Nutella quer durch die Küche verteilt, u. a. auch auf den Aktenkoffer des Prüfers – so viel zur „Struktur der Arbeitsprozesse“. Sonst verlief die Prüfung jedoch ohne größere Zwischenfälle und ich blieb in der Zeit. Die Konditormeister beobachteten mich aufmerksam, stellten mir die ein oder andere Frage („Warum wird hier nun Weizenstärke hinzugefügt und bei der anderen Masse nicht?“, „Wie stellen Sie für gewöhnlich die deutsche Buttercreme her?“) und probierten am Schluss meine Kreationen (s. Foto), während ich die theoretische Prüfung, bestehend aus 10 Fragen, schrieb.

pruefungscupcakes

 

Von oben nach unten:

deftige, italienische Cupcakes

Zitronen-Cupcakes

Granatapfel-Minze-Cupcakes

Nutella-Himbeer Cupcakes

 

Während die Prüfer den Theorieteil korrigierten und sich über das Ergebnis berieten, räumte ich die Küche auf und gesellte mich zum Zeitvertreib zu den Konditorlehrlingen in der benachbarten Backstube, die Zuckerschaustücke herstellten. Einfach Wahnsinn!!!

Schließlich riefen mich die Prüfer zu sich. Mit weichen Knien nahm ich schließlich mein Prüfungsergebnis entgegen und somit stand fest – ICH BIN NUN OFFIZIELL CUPCAKEKONDITORIN!

Ein riesiger Stein fiel mir vom Herzen und nachdem ich mich von den netten Mädels aus dem Konditorlehrgang und den Konditormeistern verabschiedet hatte, fuhr ich ziemlich glücklich nach Hause 🙂

itsme

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